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Opel Tuning und Modelle von A-Z

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Knapp ein Jahr ist es her, dass General Motors den Verkauf von Opel an Magna überraschend absagte. Jetzt gehen GM und der abgewiesene Zulieferer wieder aufeinander zu: Nach Informationen aus Verhandlungskreisen steht der austro-kanadische Lieferant kurz davor, den Zuschlag für die Entwicklung der von Opel geplanten neuen Cabriovariante des Kompaktwagens Astra zu erhalten.

Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen, aber die Gespräche seien bereits weit fortgeschritten, heißt es in Verhandlungskreisen. Die beiden Unternehmen bemühen sich damit um einen Neuanfang, nachdem das späte Nein von GM zum Opel-Verkauf die Beziehungen der beiden Konzerne zunächst belastet hatte.

Der Streit war so weit eskaliert, dass GM dem Magna-Partner Sberbank dieses Jahr eine Entschädigung für den geplatzten Deal zahlen musste. Magna hatte jedoch darauf verzichtet, gegen den wichtigen Kunden vor Gericht zu ziehen. Eine Zurückhaltung, die sich nun offensichtlich auszahlt. Sprecher von Opel und Magna wollten die Informationen nicht kommentieren.

Sberbank und Magna hatten im vergangenen Jahr einen Mehrheitsanteil an dem Rüsselsheimer Traditionskonzern übernehmen wollen. Im September hatten beide Seiten bereits eine Grundsatzvereinbarung mit den Amerikanern getroffen. In letzter Minute widerrief GM diese unverbindliche Zusage noch und erklärte, Opel nun doch selbst sanieren zu wollen.

In der Konzernzentrale in Detroit kam es offensichtlich gut an, dass sich der scheidende Magna-Co-Chef Siegfried Wolf dennoch bemühte, das Verhältnis zum wichtigen Auftraggeber GM zu kitten. Mit dem Entwicklungsauftrag für das ab 2013 geplante Astra Cabrio erhält der Zulieferkonzern nun indirekt ebenfalls einen späten Ausgleich für die Ausgaben in Millionen-Euro-Höhe, die Magna das monatelange Hickhack um die Zukunft Opels gekostet hatte. In den Unternehmen wird diese Sichtweise allerdings nicht geteilt. Es handele sich um ein ganz normales Geschäft, sagte ein Manager, der namentlich nicht genannt werden wollte.

Für Magna ist der Auftrag für das Opel-Cabrio ein erster Lichtblick nach einer Serie schlechter Nachrichten. Nach der Absage der Opel-Übernahme hatte Volkswagen die bereits zugesagte Fertigung der Porsche Modelle Cayman und Boxster zurückgezogen, das Bundeskartellamt bremste Magna beim geplanten Kauf der Dachsparte des insolventen Konkurrenten Karmann aus. Der austro-kanadische Zulieferkonzern gilt neben dem Konkurrenten Webasto/Edscha als führend in Europa in Sachen Cabriodächer.

Die Einbindungen von Zulieferern bei der Produktion von Cabrios ist in der Autoindustrie nicht unüblich. Auch Volkswagen lässt ab 2011 sein nächstes Golf Cabrio beim übernommenen Zulieferer Karmann vom Band laufen. Das alte Astra Cabrio war im Opel-Werk Antwerpen gebaut worden, von dem sich GM bis Ende des Jahres trennen wird.

Quelle: Handelsblatt